Mein Vater war neben seiner beruflichen Tätigkeit ein ziemlich guter Pianist, der Bach, Haydn, Mozart, Beethoven, Brahms und Schubert liebte, und diese beeindruckend interpretierte. Er spielte in meiner frühen Kindheit manchmal bis 22:00 Uhr abends, da er berufsbedingt häufig erst gegen 20:00 heimkam. Als Kind wurde ich natürlich spätestens um 20:00 Uhr ins Bett geschickt; manchmal früher. Das abendliche Klavierspiel meines Vaters war für mich eine wunderbare Erfahrung, die meine Hörgewohnheit sicherlich früh und stark beeinflusste. Ich habe es immer geliebt! Das Gefühl von Geborgenheit und tiefer Befriedigung ist mir bis heute glasklar in Erinnerung geblieben. Mit Rock- und Popmusik wurde ich zudem bereits im Alter von acht Jahren durch meinen fünf Jahre älteren Bruder regelrecht infiziert. Der erste Song, an den ich mich ganz bewusst erinnere, und der mich vollkommen verwirrte und gleichzeitig unsagbar faszinierte, war 'Revolution' von den Beatles. Ich hörte ihn zum ersten Mal, als ich aus der Schule nach Hause kam. Mein Bruder hatte ein von einem Mitschüler bespieltes Tonband bekommen, welches er auf seinem Telefunken Mono-Gerät abspielte. Da wir außer der 'Musiktruhe' meiner Eltern selbst nicht über einen Plattenspieler verfügten, ließ er sich von ihm gekaufte Tonbänder von Schulfreunden mit dem entsprechenden Equipment mit den neuesten Releases diverser Bands und Singer/Songwriter bespielen. Er hasste es, wenn ich an dieses Tonbandgerät ging, und ich musste ihn ständig bitten, mich etwas hören zu lassen. Daher sind meine frühen Hör-Erfahrungen recht vielfältig und tief in mir eingegraben. Meinen ersten Klavierunterricht erhielt ich mit neun Jahren, und mit zehn Jahren kam - allerdings ohne Unterricht - die Gitarre hinzu. Neil Youngs 'Heart Of Gold' war der erste Song, dessen Akkorde mir mein Bruder beibrachte: Eine Mammutaufgabe, aber der Stolz und die Befriedigung, mit der ich auf der Höfner-'Wandergitarre' (meines Bruders) diesen Song 'schrammelte', waren überwältigend. Die Akustik-Gitarre ist bis heute mein 'echtes' Zweitinstrument. Mit fünfzehn Jahren entdeckte ich das Schlagzeug.

Seit meinem sechzehnten Lebensjahr spiele ich 'live'. Ich habe letztendlich in Essen Musik für das Lehramt (Klavier und Schlagzeug) studiert. Als Mitglied vieler Bands unterschiedlicher Stil- und Ausrichtungen formte ich über viele Jahre meine Spiel- und Kompositionsweise. Dazu gehören nicht nur Songs im klassischen Sinne, sondern ebenso instrumentale Musik, z.B. für Theater-Projekte oder Reportagen. Als Keyboardist und als Backgroundsänger war ich an zahlreichen Studioproduktionen beteiligt. Ich arbeite als Lehrer in Duisburg und lebe in Essen. 

Ich hatte übrigens nie konkrete Vorbilder, jedoch haben mich immer schon Musiker fasziniert, die eine hohe Flexibilität und eine enorme Bandbreite an Kreativität besitzen, Keyboardisten, wie z.B. David Sancious, der übrigens auch ein hervorragender Gitarrist ist. Die Fähigkeit, sich in die musikalische Gedankenwelt eines Songs bzw. Songwriters hinein zu versetzen, und dabei auch noch eine persönliche Note(sic!) zu hinterlassen, bewundere ich in diesem Zusammenhang am allermeisten. Songs sind für mich überhaupt die schönste Form in der Musik, und ich arbeite ständig daran, meine Fähigkeiten zu erweitern...